Feuerwehr D

Art Wettbewerb
Jahr 2020
Ort Donzdorf
Platz 2. Rundgang
Bearbeitung Rolf Messmer, Jochen Möller, Andreas Klockow

STÄDTEBAULICHE SITUATION – STÄDTEBAU UND FREIRÄUME
Das Plangrundstück befindet sich am Rande des Zentrums der Stadt Donzdorf. In Kombination mit der Nutzung als Feuerwehrmagazin, Baubetriebshof und Stadtwerke tritt der geplante Neubau selbstbewusst als ein weiterer wichtiger Bestandteil der örtlichen Infrastruktur auf. Das Gebäudeensemble mit Feuerwehrmagazin und Baubetriebshof als Blockrandbebauung und Hofbereich im Norden sowie mit der Wohnbebauung als ausgestanzter Block mit dazwischenliegenden Freiräumen im Süden ist als eigenständiges Element in die vorhandene Umgebung eingebettet. Die Orientierung und Anordnung der Gebäude schaffen strukturell eine Brücke zwischen dem nahen Stadtzentrum und der vorhandenen anschließenden Bebauung.
Die Fläche ist länglich rechteckig zugeschnitten. Mit der gestalterischen und materiellen Ausbildung der Geschosse wird der Verlauf und Höhenversatz des vorhandenen Geländes im Gebäude umgesetzt. Das Grundstück ist leicht hanglagig, die vorhandene Gefällesituation wird ausgenutzt und ermöglicht im Obergeschoss eine separate Zugangssituation zu den Stadtwerken. Das Feuerwehrmagazin entlang der Daimlerstrasse im Norden und der Baubetriebshof entlang der Wagnerstrasse im Osten bilden mit dem Lagerriegel an der Süd- und Westseite einen Gebäudeblock mit Innenhof. Mit der Hofbildung innerhalb des Blocks werden der
Wertstoffhof sowie die Aussenlagerbereiche des Bauhofs abgeschirmt im Innenhof angeordnet. Dieser starke Gebäuderahmen als Blockbebauung bildet einen Anker zur Umgebung und zur Verkehrssituation am Kreisverkehr Daimler- und Wagnerstrasse und bietet Schallschutz zu den Wohngebieten.
Im Süden des Plangrundstücks schließt sich die Wohnbebauung hin zur Öschstraße als ausgeschnittener Block an und bildet den Übergang zu den angrenzenden Wohngebieten. Die aus dem Block ausgestanzten Solitäre kommunizieren miteinander und bilden mit dazwischenliegenden Freiräumen eine formale Einheit.
Alle Zu- und Ausfahrten sowie die Haupterschließung für das Feuerwehrmagazin erfolgen über die Daimlerstraße. Die Aufstellfläche sowie der angrenzende Übungshof liegen parallel entlag der Daimlerstraße. Die Parkplätze für die Feuerwehr sind im Bereich der Zufahrt an der Daimlerstraße in direkter Nähe zum Haupteingang und Alarmeingang angeordnet. Für die Mitarbeiter des Baubetriebshofs sind entlang der Wagnerstraße Parkplätze vorgesehen. Parkplätze für Fahrräder werden ebenfalls direkt am Zugang zum Gebäude hergestellt. Entlang der Straßen werden Baumreihen vorgesehen..
Die Zufahrten zur Tiefgarage unterhalb der Wohnbebauung sowie ebenerdige Parkplätze befinden sich an der Wagnerstraße sowie an der Öschstraße. Ein übersichtliches Wegenetz erschließt die Wohngebäude von der Wagner- und Öschstraße aus. Die klare Gestaltung der Außenbereiche vermeidet Nischen und abgelegene Bereiche. Sämtliche Flächen sind übersichtlich und allseitig einsehbar.
ARCHITEKTUR UND ENTWURFSKONZEPT
Das liegende Volumen des Baukörpers des Feuerwehrmagazins wird ins Gleichgewicht mit dem stehenden Körper des Salzlagers gesetzt. In der Blockrandbebauung werden die Blöcke des Bauhofs und der Feuerwehr zusammengebracht. Dadurch entstehen die Freibereiche des Alarmhofes auf der Vorderseite entlang der Daimlerstraße und des Werkhofs geschützt im Innenhof des Gebäudeblocks.Diese Anordnung der Funktionen gewährleistet den Schallschutz zur Wohnbebauung. Die Baukörper sind funktional gestaltet und die Fassaden mit Holz einfach und schlicht gehalten. Am Salzlager und Bauhof sind im oberen Bereich Polycarbonatfassaden als transluzentes Material vorgesehen.Die Fassaden und das Tragwerk sollen weitest gehend aus nachwachsendem Holz hergestellt werden. Die Fassaden sind als Lattenfassade mit vorvergrauten Leisten vorgesehen.Als Holzbauweise konzipiert entspricht die geplante Ausführung des Gebäudes dem Ansinnen der aktuellen Holzbau- und Klimaoffensive Baden-Württemberg. Mit der Ausbildung einer offenen Fassade mit Holzlamellen als wahlweise geschlossener und geöffneter Vorhang wird allseitig Bezug zum Außenraum geschaffen.
FUNKTION
Die Programmflächen werden klar auf vier Spangen verteilt. Zum Parkplatz an der Daimlerstrasse hin orientiert befindet sich der Eingang Feuerwehr und die Bereitschaft, die Lagebesprechung und der Funkraum liegen direkt an der Fahrzeughalle mit vorgelagerter Aufstellfläche entlang der Daimlerstraße im Norden. Der Alarmeingang des Feuerwehrmagazins sowie der Haupt-
eingang befinden sich zentral an der westlichen Stirnseite des Gebäudes. Die Wege in die Umkleiden sind sehr kurz und direkt als Zugang zur Fahrzeughalle vorgesehen. Vor dem Eingang befindet sich ein kleiner Platz, der im Gebäude verankert ist. Der Zugang ist transparent gestaltet und ermöglicht Einblicke in das Haus. Mit einem großzügigen Vordach wird der Eingang und die Fahrzeugboxen geschützt. Im Obergeschoss befindet sich der Schulungsbereich. Dieser kann dem Jugendfeuerwehrraum zu geschalten werden. In der mittleren Spange im Osten befindet sich an der Wagnerstraße der Zugang Bauhof mit Werkstätten und Umkleiden im Erdgeschoss sowie der Zugang Stadtwerke und Büros im Obergeschoss, mit Blickbeziehung des Bauhofleiters zum Innenhof hin orientiert. Im südlichen Blockrand sind die Lagerflächen angeordnet, im Westen befinden sich die Gebäudeteile mit dem Salzlager. Im Innenhof des Blocks befinden sich geschützt der Wertstoffhof sowie die Aussenlager. Die im Gebäude geordneten Funktionen setzen sich im Außenbereich fort.
KONSTRUKTION UND MATERIAL
Das Gebäude basiert auf einem klaren Raster. Das gesamte Erdgeschoss ist massiv mit Flachdecken   ausgebildet. Aufgehende Bauteile und das Hallentragwerk werden aus Holz hergestellt. Das Dachtragwerk besteht aus vorfabrizierten Holzkastenträgerelementen. Wärmedämmung und Schallschutzelemente sind integriert. Alle Glasfassaden sind als Dreischeibenverglasung hergestellt.
Einbauten wie Nebenräume und Sanitärbereiche sind in Trockenbauweise gefertigt und werden in verschiedenen Farben gestrichen. Alle Oberflächen sind aus natürlichen, hellen Materialien und bieten den Nutzern einen freundlichen Eindruck. Die Dächer sind als extensiv begrünte Dächer vorgesehen, um der Natur wieder möglichst viel Fläche zurück zu geben. Die Dachkonstruktion ist mit unbehandelten Holzkastenelementen vorgesehen, die auf ein sichtbares Tragwerk von Pfetten aufgelagert sind. An den Wand- scheiben sind Oberlichtöffnungen zur Belichtung und Belüftung angegliedert. Die Dachschale der Hallenbereiche sind aus kostengründen in Trapezblech ausgeführt. Akustisch wirksame Materialien sind an der Decke integriert. Das Tragwerk weist eine F30-Qualität aus.
ENERGETISCHES KONZEPT
Die wärmedämmende Hülle wird aufgrund der Kompaktheit auf ein Minimum reduziert und damit nachhaltig der Energieverbrauch geringgehalten. Die Beheizung erfolgt über bauteilintegrierte Wärmeübergabeflächen.  Die Beheizung des Gebäudes soll über eine Wärmepumpe in Kombination mit einem Gas-Spitzenlastkessel erfolgen. Die Wärmeerzeugung erfolgt über Erdsonden und eine daran angeschlossene Wärmepumpe. Damit kann auch im Sommer bei voller Belegung des Schulungsbereichs eine passive Raumtemperierung erfolgen.
Grundgedanke beim wirtschaftlichen Betrieb des Gebäudes ist die Ermöglichung einer Heizzonierung im Gebäude. Die einzelnen Gebäudeteile sind so angeordnet, dass die zwingend beheizbaren Abschnitte zusammengelegt wurden und die unbeheizten Hallen daran anschließen. Die wärmedämmende Hülle wird weitest gehend auf den beheizten Bereich beschränkt. Auf den Dachflächen werden PV-Module zur Eigenstromerzeugung und zur Weitergabe an Städtische Gebäude aufgebracht.
WIRTSCHAFTLICHKEIT
Mit einer klaren und einfachen Gebäudestruktur innerhalb eines kompakten Baukörpers wird die Voraussetzung für eine kostengünstige Bauweise geschaffen. Das Gebäude soll in einer dauerhaften und robusten  Bauweise erstellt werden, um die laufenden Kosten für den Betrieb gering zu halten. Das  Gelände und die Eingangshöhe werden so gewählt, dass möglichst wenig Erdaushub anfällt und entsorgt werden muss.

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JOCHEN MÖLLER

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