Grundschule F

Art Wettbewerb
Jahr 2018
Platz 1. Rundgang
Bearbeitergemeinschaft Jochen Möller, Andreas Klockow, Rolf Messmer, Thomas Klotz
Beratung Siegmund Landschaftsarchiteken BDLA

STÄDTEBAU
Das Plangrundstück befindet sich an der Südostecke des Schulzentrums mit Grundschule, Realschule und Gymnasium. Es grenzt gegen Süden, getrennt durch den Albrecht-Dürer Weg, an ein Wohnquartier. Im Osten befindet sich
das denkmalgeschützten Gemeindezentrum Maria Regina. Das Grundstück hat eine nahezu quadratische Form.
Die Platzierung eines einfachen rechteckigen Baukörpers im südlichen Grund stücksbereich nimmt im Osten die Gebäudestellung der Auberlen-Realschule auf. Die Grundschule markiert dadurch schlüssig die einzige offene und noch
unbebaute Ecke des gesamten Schulgeländes. Durch die Gebäudestellung bildet sich der Raum für einen geschützten Schulhof, mit freier Anbindung an die bestehende Innenhoffläche der Realschule. Die Durchlässigkeit der Außen-
räume des Schulgeländes wird hier weiter geführt. Durch die Platzierung an der Grundstücksecke bilden sich Möglichkeiten für eine flexible Weiterentwicklung des Schulstandorts.
Der Baukörper nimmt mit seiner einfachen Form Rücksicht auf die klare Formensprache der denkmalgeschützten Kirche. Die versetzte Platzierung der Grundschule zur Kirche, lässt dem Kulturdenkmal daneben den nötigen
Freiraum. Die schützenswerte Platane wird erhalten und in das Freiraumkonzept integriert. Damit prägt diese weiterhin den Freiraum in vielfältiger Weise.

ERSCHLIESSUNG
Über den aufgeweiteten Hermann-Löns-Weg entsteht eine klare Erschließ ungsachse von Nord nach Süd, von der Maickler-Straße bis zur Eberhardstraße. Der Haupteingang der Schule liegt im Norden und wird über den Pausenhof erschlossen. Durch die Platzierung der Tiefgaragenabfahrt an die östliche Grundstücks grenze wird der Fahrverkehr vom Fußgängerverkehr durch die Vermeidung von Kreuzungspunkten getrennt. Der Kiss-and-Ride-Bereich, entlang der
Straßenbiegung wird mit dem nötigen Freiraum versehen. Der Pausenhof wird nach Norden hin durch die längliche Fahrradüberdachung begrenzt. Diese ist parallel zum Baukörper der Realschule angeordnet und schützt damit die ebenerdigen Klassenräume der Realschule.

ARCHITEKTUR
Im dreigeschossigen, rechteckigen Baukörper werden die Programmflächen klar organisiert. Der Pausenhof wird durch die auskragenden Obergeschosse zusammen mit der gegenüber liegenden Fahrradüberdachung räumlich gefasst.
In den beiden Obergeschossen können jeweils die Klassenstufen eins und zwei, sowie die Klassen drei und vier in  gleichwertiger Weise untergebracht werden. Die nebeneinander liegenden Cluster werden über ein zentrales
Treppenhaus erschlossen. Um die offene Mitte gruppieren sich die dem Cluster zugeordneten Räume. Die Gruppenräume sind jeweils zwischen den Klassenräumen angeordnet. Die Ruheräume und die Teamräume liegen an den beiden Kopfseiten. Die Belichtung der Innenräume für offenes Lernen, erfolgt jeweils zum einen über verglaste Wände zu den Terrassen hin, zum andern über großzügige interne Lichthöfe. Diese Lichthöfe belichten alle drei Geschosse. Im Kern des Gebäudes sind Aufzug, WCs, ein ausreichend dimensionierter Installationsschacht, sowie die restlichen Nebenräume
angeordnet. Die WCs sind nicht als WC-Gemeinschaftsanlagen, sondern als autarke Zellen vorgesehen – eine wohnlichere Ausführung. An den Kopfseiten ist jedem Cluster ein Fluchttreppenhaus zugeordnet. Terrassen sind als zusätzliche Lernbereiche im Freien nutzbar. Zwei Eingangstüren im Foyer, nebeneinander liegend, ermöglichen eine variable Nutzung des Foyers. Diese Eingangstüren sind aufgrund der Schüleranzahl als Automatikschiebetüren vorgesehen. Das Foyer ist mit Mensa und Mehrzweckraum zusammenschaltbar.
Im Süden, entlang des Albrecht-Dürer Wegs, befinden sich die Verwaltung und die Teamräume. Sie sind beidseitig eines durchgehenden Flurs mit Wartezone schlüssig angeordnet. Dieser Bereich kann in den Nebennutzungszeiten geschlossen werden. Im Kern des Gebäudes befinden sich Garderobe und Toiletten. Diese sind autark nutzbar für die Schüler und auch für externe Veranstaltungen. Die Anlieferung der Küche erfolgt über den Albrecht-Dürer Weg, ebenso die Entsorgung.

KONSTRUKTION UND MATERIAL
Ein klares Raster bildet die Basis für das Schulgebäude. Die Konstruktion des Gebäudes ist in Massivbauweise  vorgesehen. Flachdecken, teilweise vorge- spannt, trennen die Geschosse. Ein Skelettsystem sowie der aussteifende
Mittelkernbereich bilden die vertikale und aussteifende Tragstruktur des Gebäudes. Stahlbetonwände mit  Wärmedämmung und vorgehängter Klinkerfassade bilden die geschlossenen Umfassungsflächen. Neben den Holz-
Aluminium-Fensterelementen sind Lüftungsklappen integriert angeordnet. Durch die Kombination von Lüftungsklappe und festverglasten Fensterflächen ist sowohl die individuelle Lüftung als auch die Absturzsicherung gewährleistet.
Über Deckensegel und akustisch wirksame Wandflächen werden ausreichend schallabsorbierende Flächen zur Erzielung einer guten Raumakustik geschaffen.

WIRTSCHAFTLICHKEIT
Mit einer klaren und einfachen Gebäudestruktur innerhalb eines kompakten Baukörpers wird die Voraussetzung für eine kostengünstige Bauweise geschaffen. Das Gebäude soll in einer dauerhaften und robusten Bauweise erstellt werden, um die laufenden Kosten für den Betrieb gering zu halten. Ein kompakter Baukörper mit einer hochwärmedämmenden Gebäudehülle und einer nahezu wärmebrückenfreien Konstruktion reduziert den erforderlichen Heizwärmebedarf. Eine kontrollierte Lüftungsanlage mit einer effizienten an Wärmerückgewinnung, verringert zusätzlich den Energiebedarf. Die
erforderliche Restwärme wird durch den Anschluss an das vorhandene Fernwärmenetz sichergestellt.

BRANDSCHUTZ
Alle tragenden Bauteile werden nicht brennbar als Stahlbetonkonstruktion ausgeführt. Die Fassadenflächen mit  Kerndämmung sind nichtbrennbar. Jeder Cluster bildet einen Brand- und Rauchabschnitt mit eigenem Fluchttreppen-
haus. Durch eine Evakuierung in das benachbarte Cluster, stehen in den Obergeschossen deshalb immer zwei unabhängige Flucht- und Rettungswege zur Verfügung. Eine Entrauchung kann über die innen liegenden Höfe erfolgen.

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JOCHEN MÖLLER

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